Oktober 2010

Rückblick Gemeindefest

Drei Tage Live-Musik und Unterhaltung für die ganze Familie bot das Gemeindefest in Hoppstädten-Weiersbach. Gerade wegen des schlechten Wetters zahlte sich dabei der Standort Gemeindezentrum aus.

Zum Auftakt am Freitagabend bekamen die Besucher des Gemeindefestes eine der wohl mit Abstand besten Cover-Bands geboten, die in den vergangenen zehn Jahren in Hoppstädten-Weiersbach aufgetreten waren. Aus dem Raum Wittlich waren „Gooseflesh“ in die Doppelgemeinde gekommen, um für vier Stunden so richtig auf den Putz zu hauen. Kurzfristig hatten sich die Organisatoren dazu entschlossen, aufgrund der unsicheren Wetterlage von draußen in die Halle umzuziehen, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Aus ihrem äußerst umfangreichen Repertoire boten Jochen Thiele und Co. von aktuellen Chart-Erfolgen wie „Heavy Cross“ von „The Gossip“ oder „Türlich Türlich“ von Jan Delay bis hin zu Pop-Klassikern von Michael Jackson oder Marius-Müller Westernhagen, alles, was die Halle zum Rocken brachte. Ihren stärksten Part hatten die sechs Band-Mitglieder bei harten Nummern von Nirvana, Linkin Park und Papa Roach. Zum Abschluss verzauberte „Gooseflesh“ das Publikum mit „Angels“ von Robbie Williams.

Der Samstag begann mit dem „Spiel ohne Grenzen“. Im „Blind Boule“, „Bierbankrollen“ und „Dreibeinlauf“ maßen sich Teams in den Altersklassen Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Das Team „Die Untalentierten“ (Robin Schunath, Jannis Staudt, Simon Kaiser, Florian Leismann, Jan Kirsch und Maxi Stemmler) gingen als Sieger bei den Kindern hervor. Bei den Jugendlichen gewann das Team „Firelights“ (Daniel Kraus, Dominik Heyda, Nils-Hendrik Hartmann, Marvin Jung, Joshua Flick und Joshua Freytag). Das Erwachsenen Team „Black-Power“ konnte den Titel nicht verteidigen. Es siegten ganz überraschend „Die Aangesetzte“ (Susanne Schweig, Martin Schweig, Yvonne Kirsch, Gaby Kunz, Pia Rech und Michael Prinz). Die Gewinner freuten sich über Medaillen und Preise.

„Fan Deigh“ ging am Abend auf eine musikalische Zeitreise. So gab es Titel zu hören, die heute wahrscheinlich kaum eine andere Coverband mehr im Repertoire hat. Beispiele hierfür waren „If I were a Carpenter“, „Under the boardwalk“, „Mister Tambourine Man“ und „Pretty woman“. Aber auch jüngere Titel von den Eagles, Smokie oder Bryan Adams sorgten für gute Unterhaltung in der Halle. Auch am Sonntag fand die Veranstaltung zum Großteil in der Halle statt. Nach dem ökumenischen Gottesdienst servierte der Wirt der Gaststätte im Gemeindezentrum leckeren Spießbraten mit Kartoffelsalat und der Musikverein Hoppstädten dazu lockere, stimmungsvolle Melodien. Hauptpreis der anschließenden Tombola war eine Reise nach Amsterdam für zwei Personen der Herr Alfons Bambach gewonnen hat. Herzlichen Glückwunsch.

Leider wurden noch nicht alle Preise abgeholt. Folgende Losnummern sind noch im Gemeindebüro montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr abzuholen:

Grün: 001, 003, 019, 020, 043, 091, 139, 169, 193, 214, 338, 376, 452, 456, 465, 477, 903, und 929

 

Rot: 009, 018, 047, 069, 111, 133, 155, 159, 170, 226, 240, 250, 414, 819, 870 und 901

Die Gemeindeverwaltung bedankt sich bei dem Kulturausschuss und allen Helferinnen und Helfern sowie den teilnehmenden Vereinen und bei folgenden Firmen, die zu einer gelungenen Tombola beigetragen haben:

Fissler GmbH

Movietown Neubrücke

Rofu Kinderland

Heizungsbau Wenz

Spitzweg Apotheke

T.T.E. Heyda

Haarmode Becker

Bäckerei Feis

Bäckerei Seibert

Gaststätte Kneipchen

Elektro Erwin Schmidt

Bestattungen Wildanger & Dreher

IT Systeme Manuel Weber

Bitburger Braugruppe

Ingenieurbüro Böhme

Volksbank Hunsrück-Nahe eG

Der Nachmittag wurde musikalisch von Alleinunterhalter „Schorsch“ gestaltet. Die Bambini der „TuS-Tanzmäd“ führten zwei tolle Choreographien auf. Zum Abschluss beeindruckten Teile der Gruppe „Chaos“ das Publikum mit einer selbst einstudierten Nummer und viel Akrobatik. Auch der Ponyclub Gollenberg beteiligte sich wieder und nahm die jüngeren Gäste mit auf eine spontane Reittour.

 

 

Fundsache

Anfang August wurde in der Straße „In Bleiderdingen“ in Höhe des Pfarrhauses ein Schlüssel mit rotem Anhänger gefunden.

Ebenso wurde am 02.09.2010 bei der Postfiliale in Hoppstädten (Radio Fernseh Jung) ein Schlüssel gefunden. Die Eigentümer können diesen im Gemeindebüro abholen.

Gemeindebüro geschlossen

Das Gemeindebüro ist in der Zeit vom 18.10. bis einschließlich 22.10.2010 geschlossen. Die Sprechstunden des Ortsbürgermeisters finden wie gewohnt montags und freitags statt.

Fortsetzung Nahe-Renaturierung

Mit der im Jahr 2000 eingeführten EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde endlich ein einheitlicher Gemeinschaftsrahmen für den Schutz und die Bewirtschaftung der europäischen Gewässer gesetzt. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie gilt europaweit für das Grundwasser, die Seen, die Fließgewässer von den Quellen bis zu den Mündungen in die Meere sowie für die Küstengewässer bis zur ersten Seemeile. Das Ziel ist es, den europäischen Gewässerschutz zu vereinfachen, aber auch zu vereinheitlichen, um einen „guten ökologischen Zustand“ der Gewässer erreichen zu können. Das heißt, dass der naturnahe Zustand eines Gewässers in ökologischer und struktureller Hinsicht anzustreben ist.

Bei einer Gewässerbestandsaufnahme 2002 in Rheinland-Pfalz stellte sich heraus, dass mehr als 70% der rheinland-pfälzischen Gewässer als deutlich bis vollständig verändert einzustufen sind. Anzustreben ist jedoch ein nicht bis kaum beeinträchtigter Zustand. Die Nahe liegt mit 77% deutlich bis vollständig verändertem Flusslauf weit über dem Durchschnitt. Dieser besorgniserregende Zustand muss dringend geändert werden.

Diesen Anstoß nimmt sich die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung zum Ansporn die Nahe zu renaturieren und somit die natürliche Funktionsfähigkeit der Nahe wiederherzustellen.

2004 und 2005 wurde die Nahe kartiert und beeinträchtigte Gewässerabschnitte wurden erfasst. Das Ingenieurbüro Juhre aus Trier arbeitete im Auftrag der Kreisverwaltung und im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung einen Gewässerentwicklungsplan für die ganze Nahe aus. Dieser Entwicklungsplan dient als Grundlage für die geplante wasserwirtschaftliche aber auch gewässermorphologische Aufwertung.

Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme wurden Vorrangstrecken, an denen eine Entwicklung besonders gefördert werden soll, bzw. an denen die Gewässerstruktur und das Retentionsvermögen besonders beeinträchtigt ist, abgegrenzt. Die Nahe wurde in drei Untersuchungsbereiche eingeteilt:

  1. UB I: Saarländische Grenze bis Wasserwerk Hoppstädten-Weiersbach
  2. UB II: Wasserwerk Hoppstädten-Weiersbach bis Grenze Verbandsgemeinde Birkenfeld
  3. UB III: Idar-Oberstein, Verbandsgemeinde Herrstein

Allgemein lassen sich die Ziele der Nahe-Renaturierung auf folgende Punkte zusammenfassen:

  • Die Durchgängigkeit des Flusses soll so weit es möglich ist wieder hergestellt werden, somit kommt es zu einer Verlängerung und zu einer Vernetzung der einzelnen Biotope. Als Folge dessen werden die bis dato voneinander abgeschnittenen Lebensräume verbunden und aufgewertet. Fischwanderungen werden wieder möglich sein.
  • Die Gewässerentwicklung soll gefördert werden, um somit wieder eine Einheit aus Fluss und Aue herzustellen.
  • An den Stellen, an denen es aufgrund vorhandener Freiflächen möglich ist, soll zumindest eine eingeschränkte Eigenentwicklung der Nahe möglich gemacht werden, um so letzten Endes die Eigendynamik des Flusses wieder zu gewinnen.
  • Die Entwicklung von Kiesbänken, die vor dem Ausbau der Nahe vielfältig vorkamen, soll gefördert werden, so stellen sich einerseits wieder natürliche Strömungsverhältnisse mit schnellen und langsamen Strömungsbereichen ein und andererseits wird die Stabilisierung der Gewässersohle gefördert.
  • Aus all den aufgeführten Zielen ergibt sich die Verhinderung der drastischen Tiefenerosion und eine Vielzahl an neuen Kleinbiotopen mit den unterschiedlichsten Lebensraumbedingungen. So wird sich langfristig die biologische Artenvielfalt an der Nahe wieder erhöhen können und das biologische Regenerationsvermögen wird verbessert. Auf diese Weise kommt es zum Schutz und Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten.
  • Die sich wieder entwickelnden vielfältigen Gewässerstrukturen führen zur Aufwertung des Orts- und Landschaftsbildes. Die Erhaltung und Aufwertung der Gewässer- und Auenlandschaften soll zur Erhöhung des Erlebnis- und Erholungswertes führen.
  • Als sehr wichtige Folge all dieser Renaturierungsmaßnahmen werden natürliche Hochwasser-Retentionsflächen geschaffen und die Wasserqualität deutlich verbessert. Das Ökosystem Nahe hat wieder die Möglichkeit starke Hochwasserabflüsse aufzufangen und in den Auffangflächen zwischenzuspeichern, um ihn später allmählich wieder abzugeben. So können die Hochwasserabflussspitzen auf ganz natürliche und nachhaltige Weise deutlich abgedämpft werden.
  • Ein weiteres Ziel ist die Stabilisierung der Niedrigwasserstände insbesondere in den Sommermonaten und eine Verminderung der Bodenerosion.

Hohe Priorität bei der Nahe-Renaturierung haben die Streckenabschnitte, bei denen durch relativ geringe Maßnahmen die eigene Gewässerdynamik wieder angestoßen werden kann.

Die Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen sind sehr vielfältig: Wehre sollen um- und abgebaut werden und neue Retentionsflächen geschaffen werden. Das Gewässer wird an manchen Stellen aufgeweitet und die Ufergestaltung bietet einen Wechsel zwischen Flachzonen und Steilwänden, die für bestimmte Arten (z.B. den Eisvogel) lebensnotwendig sind. Mit dem Einbau von Buhnen wird gezielt die Strömungsumlenkung gefördert und durch das Verteilen von großen Blocksteinen wird die Kolkbildung vorangetrieben.

Ein weiterer wichtiger Schritt wird der Rückbau der großflächig vorhandenen Uferbefestigung (massive Steinschüttungen) sowie die Teilverfüllung des Gewässerbetts sein. Fischaufstiegshilfen werden angelegt und Initialpflanzungen von natürlicher Ufervegetation vorgenommen. Dort, wo es die Eigentumsverhältnisse zulassen, werden Auenfragmente erweitert und Altarme reaktiviert.

Im Bereich des Untersuchungsgebiets I wurden die oben aufgeführten Maßnahmen bereits erfolgreich durchgeführt. Der Bereich verläuft 3,7 km an einem Teilstück der Oberen Nahe, von der saarländische Grenze bis zum Wasserwerk Hoppstädten-Weiersbach. Im Vergleich zum historischen Gewässerlauf von 1907 wurde die Nahe im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens 1968 auf einer Strecke von 700 m begradigt und für den Autobahnbau Ende der 1970er Jahre über eine Länge von 1300 m verlegt. Der einst typische Mäanderverlauf war somit völlig zerstört. Obwohl die Gewässerstruktur aufgrund der starken baulichen Veränderungen deutlich bis stark beeinträchtigt gewesen ist, war die Gewässerqualität nur mäßig belastet, der Sauerstoffgehalt war gut und die Artenvielfalt (untere Forellenregion) relativ groß.

Besondere Defizite in diesem Bereich waren vor allem die starke Eintiefung in die Gewässersohle, die Verhinderung des Fischaufstiegs, überwiegend steile Uferböschungen, starker Uferverbau durch Mauerwerke und Bruchsteine, fehlende Durchgängigkeit, eingeengtes Flussbett, Wasserbelastung durch Verunreinigungen und fehlende Gewässerrandstreifen.

Zunächst wurde im Zuge der Gewässerentwicklung in den Jahren 2007 bis 20078 der massive Uferverbau dort zurückgebaut, wo es die Grundstücksverhältnisse und die tatsächlichen Verhältnisse (Ufervegetation) zuließen. Gleichzeitig wurden im geringen Maße Störsteine und kleinere Störelemente eingebracht, die die Fließ-geschwindigkeit variabel gestalten und die Tiefenerosion stoppen und im günstigsten Fall umkehren sollten.

Die Erdablagerungen aus früherer Zeit, zum Teil aus den 1930er Jahren, wurden ebenfalls zurückgebaut. Hierbei wurde unter anderem auch eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt und durch den Kampfmittelräumdienst unschädlich gemacht. Des Weiteren wurden Auskolkungen und eine große Zahl an Steilhängen angelegt. Vor der letzten Hochwasserperiode wurden Geschiebedepots aufgeschüttet, damit diese vom Hochwasser abgetragen werden konnten, um so die Substratzusammenstellung des Flusses zu verbessern.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2010 sind weitere Maßnahmen geplant, unter anderem die Reaktivierung des alten (natürlich entstandenen) Kirchenmühlen-Wehrs und des Mühlengrabens, sowie die Anlegung von Stillgewässern. Drei vorhandene Abstürze im Bereich der BAB 62 (Neubrücke) werden zum Teil als Strömungslenker umfunktioniert oder als raue Rampe für den Aufstieg für Fische und andere Kleintiere umgestaltet.

Erste Bestrebungen der Nahe sich in Richtung des ursprünglichen Flussbettes zu bewegen waren schon nach der ersten Hochwasserperiode im Anschluss an die Gewässerentwicklungsmaßnahmen im Jahr 2008 deutlich erkennbar. Weiterhin ist zu bemerken, dass die jährlichen Hochwässer in dem neuen naturnahen Abschnitt der Nahe sichtlich abgemildert wurden und es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend noch weiter positiv entwickeln wird.

Unterhalb des US Wasserwerkes sollen alle vorhandenen Wehre mit bestehendem Wasserrecht nach und nach so umgestaltet werden, dass eine Durchwanderung möglich ist. Auf diese Weise wurde unter maßgeblicher finanzieller Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz bereits das Nahewehr der Hüstersmühle in Georg-Weierbach im Jahr 2007 und das Nahewehr beim Sägewerk Meyer in Heimbach im Jahr 2009/2010 als Fischaufstieganlage mit zentralem Fischpass umgebaut.

Andere Wehre ohne Wasserrecht sollen beseitigt oder als neue Strömungslenker genutzt werden. Auf diese Weise wurden an der Nahe bereits drei Wehre beseitigt.

Die Umsetzung des restlichen Maßnahmenprogramms an der Nahe bis zur Kreisgrenze Bad Kreuznach soll laut die Bewirtschaftungsplans bis zum Jahr  2015 abgeschlossen sein.

Gez. Hubert Pickard